Walther, Hans (1888 Apolda - Erfurt 1961)

Hans Walther — Bildhauer

* 28. Mai 1888 (Apolda)
† 4. November 1961 (Erfurt)

1888
Am 28. Mai wurde Hans Walther als Sohn eines Steinmetzen in Apolda geboren.
1892
Die Familie siedelt nach Erfurt über. Der Vater eröffnet eine Steinmetzwerkstatt.
1907
Hans Walther legt das Abitur ab.
1908
Beginn des Studiums an der Berliner Kunstakademie, Arbeit im Atelier von Hugo Lederer.
1910
Aufnahme in den Deutschen Künstlerbund.
1910–1912
Studienaufenthalte in Paris.
1913–1918
Kriegsdienst
1918
Beginn der freiberuflichen Arbeit in Erfurt. Bezug eines eigenen Ateliers.
1942–1945
Kriegsdienst. 1945 Englische Gefangenschaft.
1945–1947
Aufenthalt in Schalkesmühlen bei Hagen
seit 1947
Arbeit als freiberuflicher Bildhauer in Erfurt
1961
Am 4. November Tod in Erfurt

Hans Walthers Vater war Steinmetz. Unter seinem Einfluß entstand Walthers Neigung zur Bildhauerei. Er studierte erst an der Großherzoglichen Kunstschule Weimar, dann in Berlin. Die Berliner Künstlersezession, die Expressionisten und Auguste Rodin beeinflußten seinen Weg in die künstlerische Eigenständigkeit. Auf Max Klingers Vorschlag wurde er 1910 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.

Neben zahlreichen Porträts schuf er Denkmale und baugebundene Plastik. An den Sparkassengebäuden Fischmarkt und Anger, am ehemaligen Katholischen Krankenhaus, am AOK-Gebäude in der Augustinerstraße, am großen Hospital  und am Hörsaalneubau des ehemaligen Pädagogischen Instituts begegnen wir seinen Werken. Der künstlerische Nachlaß Hans Walthers wird im Angermuseum Erfurt bewahrt.

Der Einsatz als Soldat im Ersten Weltkrieg formte sein Weltbild und seine Kunstauffassung. Als Gegner von Gewaltverherrlichung und Chauvinismus geriet er in den Fokus der Nationalsozialisten. Etliche seiner Werke wurden zerstört oder als „entartet” beseitigt. Diese Erfahrungen bilden den Hintergrund des Totentanz-Zyklus, dessen Tafeln er um 1948 schuf.

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