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Fischer, Michael Gotthard (1773-1829)

Michael Gotthard Fischer (1773–1829)

Organist an der Barfüßerkirche

Komponist

Michael Gotthardt Fischer war der letzte der drei Organisten, Komponisten und Musikpädagogen, deren Schaffenszeit mit Barfüßerkirche und Predigerkirche verbunden war. Seine Lehrer und Vorgänger im Amt sind der letzte Schüler J. S. Bachs Johann Christian Kittel (1732–1809) und dessen Neffe Johann Wilhelm Häßler (1747–1822).

Fischer entstammte der Alacher Gastwirtsfamilie. Seine Musikalität und Intelligenz fielen zeitig auf, so daß er aufs Erfurter Ratsgymnasium mit anhängendem Musikseminar kam. Für Häßlers Orchester arrangierte er, erarbeitete anspruchsvolle moderne Konzertprogramme auch mit eigenen Kompositionen, studierte Partituren und vertrat als Neunzehnjähriger erstmals Häßler am Pult. Dalberg ernannte ihn zum Konzertmeister und 1796 zum Organisten der Barfüßerorgel.. Er war der gefeierte, aufsteigende Stern am Künstlerhimmel der derzeit noch bedeutenden Stadt.

1810 wurde er als Organist zum 1. Musikfest nach Bad Frankenhausen berufen, das in rauschendem Erfolg und patriotischer, antinapoleonischer Verbrüderung endete. Das 1. Erfurter Musikfest 1811 in der Barfüßerkirche mit der Aufführung der „Schöpfung“ leitete Louis Spohr, Fischer war kalt gestellt. Forderungen des Erfurter Konzertpublikums nach seichteren Programmen mit anschließendem Tanzvergnügen gab er nicht nach. Seine Versuche, Erfurt zu verlassen, scheiterten. Gelegentliche Orgelgastspiele in Dresden und Leipzig sind begeistert
aufgenommen worden. 1809 wechselte er zur Predigerorgel, 1817 zwang ihn Krankheit zur Aufgabe der Orgeldienste.

Er hinterließ Sinfonien, Kammer- und Vokalmusik. Seine Orgelkunst ist uns verloren.

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